Homeoffice, Änderungen des gewohnten Arbeitsalltags bedingt durch die Coronavirus-Pandemie und das herrliche Wetter veranlassen viele Menschen dazu, sich verstärkt in der Natur aufzuhalten. Dabei werden im Bestreben Neues zu entdecken sehr häufig auch markierte Wanderwege verlassen.

Hundehalterinnen und Hundehalter freuen sich darüber, ihren geliebten Vierbeinern mehr Freiraum zu geben, damit diese nach Herzenslust ihren Bewegungsdrang ausleben können. Sehr häufig wird aber darauf vergessen, die Hunde an die Leine zu nehmen beziehungsweise sie mit einem tierschutzgerechten Maulkorb zu versehen.

betont die steirische Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck.

Setzzeit vieler Wildtiere beginnt: Zahlreiche Wildtiere sind bereits mit der Aufzucht von Jungtieren beschäftigt

Immer wieder werden Wildtiere aber von freilaufenden Hunden gehetzt, manchmal sogar bis in den Tod. Häufig fallen gerade tragende Tiere oder Jungtiere den Hunden zum Opfer. Im abgelaufenen Jagdjahr 2019/2020 wurden in der Steiermark 289 Rehe von Hunden gerissen. Die Schmerzen und Qualen, welche ein Wildtier auf diese Weise erleben muss, sind unbeschreiblich.

Obwohl beinahe jede Hundehalterin und jeder Hundehalter davon überzeugt ist, dass sein vierbeiniger Begleiter „nichts tut“ und schon gar nicht jagt, steckt doch in jedem Haushund noch sein wölfischer Urahn und damit einhergehend auch, abhängig von der Rasse, mehr oder weniger stark ausgeprägt, das Jagdverhalten. Dieser Instinkt, der Wölfen das Überleben sichert und sie vor dem Hungertod bewahrt, dient jedoch bei unseren Haushunden nicht der Nahrungsbeschaffung, sondern ist ein sich selbstbelohnendes Verhalten – dem Hund bereitet das Wittern, Laufen und Verfolgen Glücksgefühle, oft dient es dem Ausgleich bei zu wenig geistiger und körperlicher Auslastung durch die jeweiligen Halter.

Die Hetze beziehungsweise das Erlegen von Wildtieren durch Hunde kann keineswegs als natürlich angesehen werden

Es fehlt Hunden, im Gegensatz zu ihren wilden Urahnen, die Fähigkeit, Beutetiere schnell zu töten – oft ist ein langer, leidvoller Todeskampf die Folge. Aber auch wenn der Hund das Wild nicht einholen kann, verbraucht das Wildtier für die Flucht (über)lebensnotwendige Energie, erleidet Todesangst und verirren sich Jäger und Gejagter teilweise auf Straßen, wo es in weiterer Folge zu Unfällen mit schweren Schäden bei allen Beteiligten kommt.

Zum Schutz unserer Wildtiere, aber auch zum Schutz Ihres Hundes gilt daher: Bei Outdoor-Aktivitäten stets auf den dafür vorgesehenen Routen bleiben und Hunde nicht unangeleint den Wald erforschen lassen. Was es braucht, sind ein respektvoller Umgang, Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Natur und ihre Bewohner als Schlüssel für ein konfliktarmes Nebeneinander und harmonisches Miteinander.

ersucht Fiala-Köck.