Für viele Menschen waren die vergangenen Wochen seit Beginn der Corona-Krise ungewohnt einsam. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie greifen massiv in unser alltägliches Leben ein. Durch die fehlenden Möglichkeiten, die Familie zu besuchen, Freunde zu treffen oder an den gewohnten Freizeitaktivitäten teilzunehmen, sind viele Menschen sehr isoliert. Die Idee, einen Hund aufzunehmen ist gerade in solchen Zeiten schnell geboren. Tierschutzorganisationen raten dazu, eine solche Entscheidung genau zu überdenken. Wir geben einen Überblick darüber, worauf du als vielleicht künftiger Hundehalter dabei achten solltest.

Hunde sind tolle Begleiter

Sie helfen gegen Einsamkeit, nehmen Fürsorge dankbar an und teilen ihr Leben mit uns. Doch so einfach, wie es zunächst klingen mag, ist es nicht, einem Tier ein zu Hause zu geben. Zumindest sollte es nicht so einfach sein: Wer sich für diesen Schritt entscheidet, übernimmt ein Tierleben lang Verantwortung dafür, dass der Vierbeiner alles erhält, was er für ein möglichst artgerechtes Leben benötigt. Dazu gehört je nach Tier unterschiedlich viel, aber für jedes Tier müssen Zeit und Geld investiert werden.

Wunsch nach einem Haustier genau prüfen

Diese Wochen der Einsamkeit, die viele Menschen derzeit erleben, sind nicht der richtige Moment, einfach irgendwo ein Tier zu kaufen. Sie sind aber ein guter Moment, den eigenen Wunsch nach einem Haustier genau zu prüfen. Dazu gehört es vor allem, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob dem Tier alles geboten werden kann, was es benötigt. Das sind beispielsweise:

  • Ist ausreichend Zeit vorhanden, um mit dem Hund regelmäßig ausgiebig spazieren zu gehen oder um Futter herzurichten?
  • Besteht eine Allergie gegen Hundehaare?
  • Ist die Tierhaltung in der Wohnung erlaubt?
  • Sind alle Familienmitglieder einverstanden?
  • Was soll mit dem Tier während der Urlaubszeit geschehen?
  • Besteht wirklich ausreichend Interesse für die Beschäftigung mit einem Haustier und all seinen Bedürfnissen?
  • Ist die Haltung eines Tieres finanziell auch über viele Jahre lang wirklich leistbar?

Ausgaben für den Hund wird oft unterschätzt

Es sind nicht nur die Kosten, die für einen Züchter oder bei der Adoption im Tierheim fällig werden, sondern vor allem die Folgekosten, die ins Geld gehen. Dazu gehören nicht nur Ausstattung und Futter, sondern auch Versicherungen und die Kosten für den Tierarzt. Sollte das Tier im Laufe seines Lebens einmal ernsthaft erkranken, kommen für die angemessene Versorgung schnell mehrere hundert Euro oder mehr zusammen.

Ja, ich will einen Hund!

Wer alle Fragen mit einem klaren „Ja“ beantworten kann, seinen Wunsch nach einem Tier kritisch hinterfragt und gründlich durchdacht hat, kann diese Zeiten auch nutzen, um sich Gedanken zu machen, wo er seinen neuen tierischen Freund findet.

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Der erste Weg sollte nach Meinung der Tierschutzorganisation TASSO immer in den Tierschutz führen. Da die meisten Tierheime derzeit bedingt durch die Corona-Pandemie keine festen Besuchszeiten haben, können ein erster Überblick und die erste Kontaktaufnahme online erfolgen. Viele Tierheime stellen ihre Schützlinge im Internet vor. Wer dort den passenden Hund entdeckt, kann online oder per Telefon Kontakt aufnehmen und mit den Tierschützern besprechen, wie der Verein die Vermittlung derzeit gestaltet. Die Tierheime machen gerade schwere Zeiten durch, denn wegen der fehlenden Besucher, abgesagter Veranstaltungen und weniger Vermittlungen sind viele Vereine in finanzielle Nöte geraten. Auch wenn die Vermittlung daher vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann: Mit einer kleinen Spende können Tierfreunde die Tierheime natürlich jederzeit unterstützen.